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Chinas verbotene Stadt – Der Schicksalsplan des Kaisers

China's Forbidden City – The Centre of the World

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Die Geschichte der Verbotenen Stadt beginnt mit einem Thronraub. Prinz Zhudi, von kaiserlichem Geblüt, aber als viertgeborener Sohn von der Thronfolge der Ming-Dynastie ausgeschlossen, reißt in einem blutigen Staatsstreich die Macht im Reich der Mitte an sich. Im Jahre 1402 stürzt Zhudi den rechtmäßigen Herrscher und lässt sich zum Kaiser von China ausrufen. Fortan führt er den Namen Yongle, 'immerwährende Freude'. Zur neuen Hauptstadt des Reiches macht Yongle seine Residenzstadt Beiping. Beijing, 'nördliche Hauptstadt', wird er sie nennen. Und dort soll der gewaltigste Palast entstehen, den die Welt je gesehen hat – die „Verbotene Stadt“. Für alle Zeit soll jeglicher Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Yongles Herrschaft durch diese überwältigende Demonstration seiner Macht beseitigt werden. Zum Architekten der gigantischen Anlage bestimmt Yongle den Eunuchen Ruan An. Der Architekt ist einer von vielen hochrangigen Kastraten im Hofstaat des Kaisers, denn Yongle hatte bei seiner Machtergreifung sämtliche Beamten seines Vorgängers hinrichten lassen, und rekrutiert deshalb seine Staatsdiener aus den Reihen der Eunuchen. Eine Entscheidung, die für spätere Kaiser der Ming-Dynastie fatale Folgen haben soll.
Nach einer Bauzeit von nur drei Jahren, so die historischen Quellen, wird die Verbotene Stadt im Jahr 1420 fertig gestellt. Sie bildet das Innerste einer Reihe von Rechtecken, deren äußerstes die mächtigen Mauern der Stadt Beijing sind – ein perfektes Abbild der kosmischen Ordnung, denn nach chinesischen Vorstellung, ist der Himmel rund und die Erde viereckig.

Als Yongle die Verbotene Stadt bezieht, steht er auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch auf dem Herrscher lastet eine düstere Prophezeiung. Sein großes Werk sei nicht für Ewigkeit geschaffen sein, wurde ihm vorausgesagt. Nur wenige Jahre nach ihrer Vollendung werden die drei Haupthallen der Verbotenen Stadt, das Zentrum der Welt, bei einem Feuer vollständig zerstört. Kaiser Yongle, der Usurpator, hat sich den Zorn des Himmels zugezogen, doch die Ming-Dynastie wird fortbestehen. Noch dreizehn Ming-Kaiser sollten Yongle auf den Drachenthron folgen, bis die Dynastie im 17. Jahrhundert im Chaos versinkt und die Mandschu, ein mächtiges Volk aus der nördlichen Steppe, das Reich der Mitte erobern. Die Verbotene Stadt aber sollte Chaos und Untergang überdauern.

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