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Frühling in einem Wald im Norden Japans. Eine Rotgesichtmakaken-Mutter säugt ihr wenige Stunden altes Baby. Die Geburtszeit ist ideal, denn jetzt, wenn der Wald in neuer Pracht erstrahlt, bietet er genügend Futter. Wie andere Tiere des Waldes haben die Rotgesichtmakaken, besser bekannt als Schneeaffen, ihr Leben den wechselnden Jahreszeiten angepasst.
Beständig auf der Suche nach Nahrung durchstreifen sie den Wald - im Frühling und Sommer weniger, im Herbst und Winter mehr. Ebenso wie die Schneeaffen haben sich die Pflanzen mit den extremen Temperaturunterschieden arrangiert. Knospende Blätter, die sich gegen die Sonne recken und Befreiung vom Laub als Schutz vor eisiger Kälte - die Bäume reagieren perfekt auf äußere Einflüsse. Eine andere Strategie verfolgt eine Blume, die in Japan unter dem Namen "Naniwazu" bekannt ist. Das Seidelbastgewächs gedeiht nur auf dunklem Waldboden.
Um im Schatten der Bäume etwas Sonne abzubekommen, hat die Blütenpflanze ihren Lebenszyklus gegen die Jahreszeiten ausgerichtet. Wenn der Herbst sich mit einem opulenten Farbreigen ankündigt, behält sie ihre grünen Blätter und genießt die Sonnenstrahlen, die durch den entlaubten Baldachin des Waldes brechen. An den letzten kalten Tagen nutzt sie nahezu "exklusiv" die wärmende Sonne, erblüht als erster Frühlingsbote und kündigt den wiederkehrenden Kreislauf des Lebens im Wald der Affen an.